Andacht zum Sonntag 10.05.

Liebe Schwestern und Brüder,

der Sonntag Kantate liegt vor uns - „Singt dem Herrn ein neues Lied“. Übrigens einer meiner Lieblingspsalmen aus unserem Gesangbuch, Psalm 98: „Singt dem Herrn neue Lieder, ER ist ́s allein, der Wunder tut“.
Und während ich die Strophen lese, bleibe ich hängen an den neuen Liedern, die wir dem Herrn singen sollen. Nicht die alten, die gewohnten, nein, neue Lieder.
Meint er tatsächlich Lieder? Oder steckt da doch mehr dahinter?
Ich denke, wir „singen“ seit Wochen viele „neue Lieder“ - wir bleiben so ganz anders als sonst miteinander in Verbindung, wir feiern auf eine gänzlich neue Art miteinander Gottesdienst – auf eine Art, wie ich sie mir noch Anfang diesen Jahres nicht hatte vorstellen können.
Und ich, wir, merken – das geht!
Auch wenn das Alte, das Gewohnte fehlt, zu Recht fehlt! Aber ich habe gelernt, dass es auch andere, neue Wege gibt, die ebenso beschritten werden wollen wie die alten, vertrauten. Jetzt war ich gezwungen, sie zu gehen. Und ich bin überrascht, welch Entdeckungen, welch Möglichkeiten auf diesen Wegen liegen. Gott führt uns immer wieder auf neue Wege. Manche gehen wir freudig, andere fallen uns schwer, manche schmerzen sogar. Aber auf jedem dieser Wege ist ER bei uns. Das macht mich mutig! Ich gehe weiter! In Psalm 23 hat es jemand vor unvorstellbar langer Zeit schon so treffend ausgedrückt: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“
So kann ich neue Wege gehen, deren Ende ich noch nicht überblicke.
So kann ich dem Herrn neue Lieder singen.

"Singt, singt dem Herren neue Lieder! Er ist ́s allein, der Wunder tut. Seht, seine Rechte sieget wieder, sein heilger Arm gibt Kraft und Mut.
Wo sind nun alle unsre Leiden?
Der HERR schafft Ruhe
und Sicherheit, er selber offenbart den Heiden sein Recht und seine Herrlichkeit“.
Amen.

Es grüßt Sie alle herzlich Ihre

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